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Wie man Teams zu herausragenden Resultaten führt

Caroline Schmitt, Ex-CMO der Douglas-Gruppe, spricht mit Podcast-Moderator Ingo Notthoff über ihren Führungsstil, Meetings als Führungsinstrument und die Bedeutung von Diversität für den Unternehmenserfolg.

Caroline Schmitt
Podcast “The Agenda”

“The Agenda” von Sherpany geht auf die Herausforderungen von Führungskräften ein und beschreibt den Weg von der Problemstellung bis hin zur Entscheidung. In dieser einzigartigen Podcast-Reihe mit Podcast-Moderator Ingo Notthoff zeigen sich Führungskräfte und Expert:innen von ihrer offenen Seite. #LeadingTogether

In dieser Podcast-Episode hören Sie:

Caroline Schmitt, ehemalige Chief Marketing Officer (CMO) der Douglas-Gruppe* und Beiratsmitglied der BeyondGenderAgenda (BGA), über ihren Führungsstil, der auf Vertrauen und die Befähigung von Mitarbeitenden durch Verantwortung ausgerichtet ist. Außerdem geht es um Meetings als Führungsinstrument, die Förderung von Mitarbeitenden und um die Bedeutung von Diversität in Unternehmen.

Nach 17 Jahren in der Automobilindustrie, in denen sie verschiedene Positionen innehatte, traute sich Caroline, aus ihrer Komfortzone herauszutreten: So leitete sie seit 2018 erfolgreich Teams in der Beauty-Branche, bei der Douglas-Gruppe. Hier sind einige der Themen, die in der Podcast-Episode behandelt werden – um mehr über Führung zu erfahren und Wege zu finden, Ihre Führungsfähigkeiten weiter zu entwickeln:

  • den Mitarbeitenden vertrauen und ihnen Verantwortung übertragen
  • Meetings: ein Führungsinstrument zur Förderung der Mitarbeitenden
  • Streben nach hervorragenden Ergebnissen in Zeiten der Unsicherheit
  • Diversität: Schlüssel, um den Unternehmenserfolg zu garantieren

 

*Anmerkung: Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung war Caroline Schmitt noch CMO der Douglas-Gruppe.

Wie man Teams zu herausragenden Ergebnissen führt, mit Caroline Schmitt

Menschen vertrauen und Ihnen Verantwortung übertragen

"Ich dachte früher: Ich muss irgendwie alles wissen und ich muss auch alles sehen. Nicht kontrollieren – aber ich muss bei allem dabei sein, dass ich auch wirklich alles beantworten kann. [...] Das ist der größte Change.

Heute führe ich mit Vertrauen, mit Empathie, aber auch mit Einbindung der Mitarbeiter – und ich gebe relativ viel Verantwortung ab. Und ich denke, man muss gut abschätzen können, wer was verantworten kann. Und wie selbstständig die Leute sind und wie viel sie gesteuert werden müssen oder wie eigenständig sie arbeiten. [...]"

Wie ist Ihr Team gewachsen? Wie groß war es am Anfang und wie groß ist das Team jetzt?

"Größe ist nicht immer entscheidend, sondern – ich glaube – die Themen, die man verantwortet. [...] Wenn ich auf ganz Europa gucke, sind natürlich alle Länder unter mir. Das ist dann in Summe natürlich mehr, aber direkt bei mir im Headquarter sind etwa 100 Leute und ich hatte im DACH-Team ein paar mehr. Aber ich glaube, das ist auch gar nicht entscheidend. Ich glaube, entscheidend sind die Themen, die man bewegen kann und die Themen, die man verantwortet [...] und natürlich die Ergebnisse, die dabei rauskommen. [...]

Ich glaube, meine Mitarbeiter sagen über mich, dass ich auf jeden Fall hands-on bin, sehr pragmatisch und auf Augenhöhe führe. Also sie wissen ganz genau, dass ich ihnen die Verantwortung überlasse. Und wenn ich von ihnen nichts höre und sie von mir nichts hören. Dann gehe ich davon aus, dass alles läuft. Sie wissen aber auch, dass meine Tür immer offen steht, dass wenn irgendwas ist, sie nicht weiterkommen, ich immer ein offenes Ohr habe. [...]

Ich bin auch ein großer Fan davon, dass wenn die Mitarbeiter ihre Themen verantworten, diese auch selber präsentieren – dann auch in Board- und allen Meetings, die wir haben."

 

Meetings: ein Führungsinstrument zur Förderung der Mitarbeiter

"Ich glaube, da habe ich noch nie darüber nachgedacht, das Meeting als Führungsinstrument zu sehen. Aber eigentlich stimmt das, weil es eigentlich ein Vehikel ist. Über Meetings adressieren wir Themen, präsentieren Themen, takten die Themen auch ein. Ich mache auch Stand-up-Meetings, kurze Updates, wo wir uns austauschen, wo die Teams sich untereinander austauschen – zu gewissen Ständen. Es ist ja auch eine Chance, so ein Meeting – ob jetzt physisch oder digital –, dass die Mitarbeiter sich präsentieren können vor den anderen Führungskräften und dem Board.

Also ich habe es nie als Führungsinstrument gesehen, aber am Ende ist es das natürlich: ein Vehikel zur Führung und zur Förderung der Mitarbeiter."

Wie entgehen Sie dieser Meeting-Flut bzw. wie stellen Sie sicher, dass Meetings auch wirklich effizient eingesetzt werden?

"Ich glaube, vor der Meeting-Flut kann man sich gar nicht verstecken. Also, wir haben versucht, dass wir Meetings immer fünf Minuten vorher enden lassen [...] Ich bin schon ein Freund von einer Agenda und entsprechenden Vorbereitungen. Wir haben natürlich auch Meetings, die Updates-Meetings, die sind dann [...] ohne Agenda, weil da klar ist, es ist ein Stand-up-Meeting.

Aber ich bin schon ein Fan der Effizienz, dass man klare Strukturen hat und auch klar adressiert, dass es ein informatives Thema ist – oder wo man Entscheidungen braucht. Deswegen führen wir auch immer ein, dass man am Anfang sagt, welche Entscheidungen heute gewünscht sind zu den verschiedenen Themen.

Und am Ende Time Management: Effizienz erreicht man auch nur, wenn man das Timing einhält, wenn nicht jeder von einem Meeting zum anderen hetzt."

Ich habe ein Credo: Ich sage immer, ich muss eine Sache am Tag machen, die ich lieber schieben würde.


Streben nach exzellenten Ergebnissen – in Zeiten der Unsicherheit

"Wir sind jetzt bei über einer Milliarde Umsatz, die wir im E-Com-Geschäft machen und wir sind einfach wahnsinnig gewachsen. [...]

Ich muss gestehen, dass die Beauty-Branche relativ stabil ist. Denn man hat das Gefühl, dass in Krisenzeiten die Leute sich auch was Gutes tun wollen. Wir haben jetzt nach Corona gesehen, dass die Leute auch alle raus wollen. Wir haben eher einen Shift gesehen, wieder von online zum stationären Business. [...]

Aber wir sehen auch wirklich ein großes Zurückkommen in den Store. Ich glaube, dass viele es einfach wieder genießen, in die Stadt zu gehen und persönliche Gespräche zu führen. Aber wir haben jetzt nicht so eine Krise gesehen, dass der Bedarf an Beauty zurückgegangen ist."

 

Diversität: ein Schlüssel für den Unternehmenserfolg

"Durch Vielfalt in allen Bereichen und Offenheit, bekommt man auch eine Vielfalt an Perspektiven. Ich bin ein totaler Verfechter davon und stehe dazu, dass ich glaube, dass diverse Teams erfolgreicher sind. Diversität treibt Performance, Kreativität, auch Innovation. [...] 

Der Respekt vor den anderen ist das Wichtigste und fördert auch das Miteinander. Aber diese Toleranz, die diverse Teams haben und über den Tellerrand hinausschauen… Ich finde, das ist das, was Erfolg mit sich bringt. Vielfalt macht unsere Welt einfach bunter, gerechter und eben erfolgreicher."

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Caroline Schmitt
Über den Autor
Caroline Schmitt ist ehemalige Chief Marketing Officer (CMO) der Douglas-Gruppe, dem deutschen Parfüm- und Kosmetik-Einzelhändler. Nach ihrem Eintritt in die Gruppe im Jahr 2018 war sie für die globalen Marketing- und Markenkampagnen verantwortlich. Zuvor war sie in verschiedenen Positionen in der Automobilbranche tätig. Außerdem ist Caroline als Beirätin an der BeyondGenderAgenda (BGA) beteiligt.